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Aktuelles

01. September 2016

SCHWEIZ:Fragen und Antworten zum automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA)

Welche Informationen werden nach dem AIA-Standard der OECD ausgetauscht?

Die zu übermittelnden Informationen umfassen Kontonummer und Steueridentifikationsnummer sowie Name, Adresse und Geburtsdatum von Steuerpflichtigen im Ausland mit einem Konto in einem anderen Land als dem Herkunftsstaat, alle Arten von Kapitaleinkünften sowie den Saldo des Kontos. Der Standard betrifft sowohl natürliche als auch juristische Personen. Die gemäss den internationalen Bestimmungen zur Bekämpfung der Geldwäscherei (GAFI) tatsächlich am Konto nutzungsberechtigte Person muss in Anwendung der AFI Empfehlungen identifiziert werden.

Wie erfolgt der AIA?

Banken sowie gewisse kollektive Anlageinstrumente und Versicherungsgesellschaften sammeln Finanzinformationen über Kunden, die steuerlich im Ausland ansässig sind, und übermitteln die Informationen einmal jährlich an die Steuerbehörde ihres Landes. Diese leitet die Daten automatisch an die Steuerbehörde des jeweiligen Partnerlandes weiter.

Was passiert mit den ausgetauschten Daten?

Die Daten der Kunden dürfen nur zum dafür vereinbarten Zweck verwendet werden, in diesem Fall um die korrekte Steuerveranlagung zu ermitteln. Der Standard enthält aber keine Vorgabe, wie die nationalen Steuerbehörden dies konkret zu tun haben (z.B. Stichproben oder flächendeckende Überprüfung der Daten). Der Datenschutz muss gewährleistet sein.

Wann wird die Schweiz den AIA einführen?

Nach der von der Schweiz eingegangenen internationalen Verpflichtung beginnen die SchweizerFinanzinstitute 2017, Kontodaten von Steuerpflichtigen im Ausland zu erheben. Der erste Datenaustausch mit einem breiten Kreis von Partnerstaaten und –territorien wird 2018 stattfinden.

Betrifft das AIA-Abkommen mit der Europäischen Union (EU) alle Mitgliedländer?

Ja. Das AIA-Abkommen mit der EU umfasst alle Mitgliedstaaten gleichermassen. Es sind keine spezifischen Vereinbarungen mit einzelnen EU-Mitgliedländern mehr nötig. Ausserdem gilt es nach den EU-internen Bestimmungen auch für Gibraltar.

Werden die USA beim AIA-Standard bezüglich Transparenz bei Finanzkonstrukten bevorzugt behandelt?

Die USA haben dem AIA-Standard der OECD zugestimmt. Der AIA-Standard basiert auf dem US FATCA-Modell, das weiter bestehen wird. Darum ergeben sich in einer Übergangszeit befristete Ausnahmen für die USA. So müssen US-amerikanische Finanzinstitute bei ausländischen Investmentgesellschaften die wirtschaftlich Berechtigten nicht identifizieren, wenn diese Gesellschaften mit den USA kein Abkommen als Foreign Financial Institutions abgeschlossen haben und wenn sie sich in einem Staat befinden, der mit den USA kein FATCA-Abkommen abgeschlossen hat. Die USA erheben aber eine Quellensteuer von 30 Prozent auf dem Bruttobetrag aller Erträge und Verkaufserlöse aus US-Wertschriften.

Wie lange wird den USA eine solche Regelung erlaubt?

Angesichts der zunehmenden Kritik der internationalen Gemeinschaft haben die USA am G20- Treffen im April 2016 interne Massnahmen angekündigt, die Schlupflöcher schliessen und einzelne Strukturen in den USA weniger attraktiv machen sollen.

Was erhält die Schweiz im Gegenzug zum AIA von den Ländern, mit denen sie diesen vereinbart hat?

Das AIA-Abkommen ist reziprok, das heisst die Partnerländer übernehmen gegenüber der Schweiz die gleichen Verpflichtungen wie umgekehrt. Die Schweizer Steuerbehörden erhalten also automatisch Informationen über Schweizer Steuerpflichtige mit einem Konto in einem Partnerland.

Wie wird die Schweiz die Daten über Schweizer Steuerpflichtige mit einem Konto im Ausland verwenden, die sie im Rahmen des reziproken Informationsaustauschs erhält?

Die innerstaatliche Verwendung der aus dem Ausland erhaltenen Daten ist Sache der einzelnen Länder. In der Schweiz sind die kantonalen bzw. kommunalen Steuerverwaltungen für die Steuerveranlagung zuständig. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) wird die aus dem Ausland eingehenden Finanzinformationen an die zuständigen Veranlagungsbehörden weiterleiten, damit diese das schweizerische Steuerrecht anwenden und durchsetzen können.

Gilt der globale Standard für den AIA auch im Inland?

Nein. Der internationale Standard regelt nur den internationalen Austausch von Kundendaten für die Steuerbehörden. Die Transparenz innerhalb der Staaten regeln diese weiterhin selber.

Quelle: EDF/SIF (Schweiz)