in den frühen Morgenstunden des Sonntag, 28. Dezember 2014, brach ein Feuer in dem Garagendeck der Autofähre NORMAN ATLANTIC aus. Das Schiff führt die italienische Flagge und ist in Italien registriert. Es befand sich auf dem Weg von Patra, Griechenland über Igoumenitsa nach Italien, in der adriatischen See. Nach langen koordinierten Rettungsmaßnahmen der italienischen und der griechischen Behörden, durch Schiffe und durch Helikopter, war es im Ergebnis möglich, die Mehrheit der Passagiere und Besatzungsmitglieder zu retten. Diese hatten stundenlang auf dem Oberdeck des Schiffes gewartet, um dem Feuer zu entkommen, das unkontrolliert weiter in den unteren Decks des Schiffes brannte. Unglücklicherweise konnten nicht alle Passagiere gerettet werden. Nach offiziellen Berichten überlebten mindesten 10 Passagiere die Katastrophe nicht. Da aber möglicherweise mehr Personen an Bord als auf der Passagierliste waren, kann die Zahl der Opfer noch steigen. Die Suche nach Opfern/Überlebenden wird zur Zeit noch im Schiff und in der See um das Schiff fortgesetzt.
bDie NORMAN ATLANTIC gehört der italienischen Gesellschaft VISEMAR DI NAVIGAZIONE SRL mit der Adresse Via Romea 44, 45914 Porto Viro RO. VISEMAR hat das Schiff an die griechische Firma ANEK verchartert. Das Schiff ist durch die Klassifizierungsfirma RINA auf seine Seetüchtigkeit hin untersucht worden und ist für alle Schäden versichert bei dem norwegischen GARD P & I Club.
In den Medien finden sich zahlreiche Berichte über angebliche Defekte des Schiffes, die seine Seetüchtigkeit beeinträchtigt haben sollen. Bevor man daraus juristische Schlüsse zieht, müssen diese Fakten sehr sorgfältig analysiert werden. Dies hat unter Zuhilfenahme von Experten zu geschehen, die auch von den italienischen Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet werden.
Es besteht kein Zweifel daran, dass die Reederei sowie die Chartergesellschaft für die folgende Katastrophe einzustehen haben. Die entsprechende europäische Verordnung Nr. (EG) 392/2009 über die Verantwortlichkeit von Schifffahrtsunternehmen gegenüber ihren Passagieren ist seit Dezember 2012 in Kraft. Die geretteten Passagiere haben Unglaubliches erlitten. Sie hatten nicht nur Angst um ihr Leben, sie haben auch alle ihre Vermögensgegenstände auf dem Schiff verloren. Noch härter sind die Familien betroffen, die ihre Angehörigen verloren haben. Alle haben Ansprüche auf Schadensersatz, dessen Umfang die Konsequenz einer genauen tatsächlichen und rechtlichen Analyse sein muss.
Das Global Justice Network www.globaljusticenetwork.com ist ein internationaler Zusammenschluss von Anwältinnen und Anwälten, die jahrzehntelange Erfahrung in der Vertretung von Opfern größerer Katastrophen haben. Mitglieder dieses Netzwerks haben speziell im Zusammenhang mit Schiffskatastrophen Opfer bzw. deren Familien vertreten, dazu gehören folgende Unfälle:
- AL SALAMA BOCCACIO, gesunken im Roten Meer,
- EXPRESS SAMINA, gesunden in der ägäischen See,
- SEA DIAMOND, ein gesunkenes Kreuzfahrtschiff,
- COSTA CONCORDIA,
- die Unfälle der DONA PAZ und der AEGEAN WIND, beide verursacht durch Brände auf den Schiffen,
- die Kollision der MS BALTIC ACE mit der MS CORVUS J vor Rotterdam
- die Kollision der MS ATLANTC COMET I mit der MS ALEXANDER DP vor Bulgarien
- MS KEPHI im Mittelmeer
- die Kollision der MS SAMAINA mit einem Unterseeboot vor Kostakos in Griechenland
- Fischtrawler LYBERIOS vor Griechenland in Greece.
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